Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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Nachbar lachte ebenfalls, Frau Katharina aber, ob⸗ gleich ſie nicht lachte, ſchien ganz ſelig und dachte daran, wie ſie den Mägden die Freudigkeit an ihrer Töchter Ehrentag vergelten ſolle.

Und nun fragt meine lieben Leſer, nachdem ich Euch durch das Guckglas in die Küche ſehen ließ, den vorwitzigen Sonnenſtrahl, was er in den Stuben er⸗ blickte.

Ach ich ſehe dieſe lieben, alten freundlichen Zim⸗ mer vor mir, ſie ſind jetzt, wenn mich nicht Alles täuſcht niedriger und dunkler und wehmüthiger geworden, wie das mit alten Menſchen und Dingen ſchon zu g geſchehen pflegt, damals anno 1611 war Alles voll Sonnen⸗ ſchein, Helle und Licht. Die Tapeten es ſind nun ſchon längſt nur mehr übertünchte oder wenn man lie⸗ ber will gemahlte Wände vorhanden ſchimmerten und glühten ſo lebenswarm, die Stühle und Lehnfeſ⸗ ſel ſtreckten ihre Lehnen ſo beh haglich und einladend ent⸗ gegen, daß man gar nicht Luft hatte ſtehen zu bleiben, die Käſten ſchnitten ſo ſelbſt genügſame Geſichter, daß man leicht errieth, daß ſie voll Weißzeug waren. Ich habe noch einen, den einzig überlebenden Kaſten aus jener Reihe würdiger Möbelgreiſe geſehen.

Sein eichenes Knochengerüſte war noch ſtark und unverletzt, nur die äußere Oberfläche igte Runzeln