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lung zutrug, wurden die Gewoͤlbe der Kapelle der Hoͤfe von Holland im Haag geoͤffnet. Man fand
darin Saͤrge und Gerippe. Ein Koͤrper war bei⸗
nahe in einem vollkommenen Zuſtande der Erhal⸗ tung, in koſtbare Wachstuͤcher gewickelt. Es war der eines Frauenzimmers. Der Kopfputz war mit roſenfarbenen Baͤndern durchflochten. Wie die Ge⸗ huͤlfen bei der Feierlichkeit der Ausgrabung den Koͤrper in die Hoͤhe hoben, zerfiel er augenblicklich
in Staub, und nur das widrige Gerippe, und die
langen vollen Locken, waren Alles, was von Der uͤbrig blieb, die einſt ein vollkommenes Muſter von Schoͤnheit, Seelengroͤße und Herzensguͤte geweſen war. Die Geheine wurden frommer Weiſe wieder begraben. Das Haar, wie es damals ihr Haupt ſchmuͤckte, iſt bis auf den heutigen Tag aufbe⸗ wahrt*), und ſeine ſtarke, natuͤrliche Kraͤuſelung, und die wenigen zerſtreuten Linien von Grau, welche ſeine hellbraunen Locken verſilbern, deuten noch an, wie feſt das Gemüth, und wie gepruͤft das Herz von ihr war, die ſo lebte, wie wir erzaͤhlt haben, und welche im beſten Alter ſtarb, zu tief von der Hand fruͤhzeitigen Verwelkens getroffen.
*) In dem Muſeum im Haag.
Berlin, gedruckt bei A. Petſch.


