DOritter Theil. 287
Ihr, die ihr noch unter den Lebenden weilet, und unter dem Drucke ſchwerer Leiden kaͤmpft und duldet, werdet nicht muthlos! Strengt red⸗ lich eure Kraͤfte an, um des Lebens Leiden euch zu mildern, und glaubt und hoffet: Gott ſegnet euch durch Leiden! Veredelt ſollen wir hienieden werden, im Guten immer mehr befeſtiget; und was dazu als Mittel dienet, ſo hart es euch auch jetzt ſcheinen mag, werdet ihr doch einſt als Wohl⸗ that erkennen, wenn ihr mit erhelltem Geiſtes⸗ blicke eure Schickſale im Zuſammenhang uͤber⸗ ſchauen koͤnnt. Nicht jede Pflanze gedeiht im milden Sonnenſchein, und nicht fuͤr jeden, viel⸗ leicht nur fuͤr ſehr wenige Menſchen iſt anhal⸗ tendes Gluͤck wahrhaft heilſam. Sittliche Wuͤrde, vereint mit ſtiller Guͤte, Strenge gegen ſich ſelbſt, vereint mit ſanfter Schonung und Duldung gegen den Irrenden und Fehlenden, Kraft und Milde im engſten Bunde werden nicht leicht anders als in der Schule des Ungluͤcks ausgebildet. Zu jedem hoͤhern Wirkungskreiſe wird eine ſorgfaͤltigere und muͤhevollere Vorbereitung erfordert. Glaubet und hoffet, der Vater der Menſchen, der ſo gern wohl thut, ſo gern erfreut und ſegnet, laͤßt ſeine


