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Erſter Theil⸗ 239
begingen, und bekennen ſie ſo, wie ſie glauben, daß es fuͤr ihre Kinder lehrreich ſey. Beym Schluſſe der Beichte bemerkt der Vater, wo es jedem ſeiner Lieben noch am meiſten fehle, und worauf ſie alſo im kuͤnftigen Jahre vorzüglich aufmerkſam ſeyn muͤßten, wenn ſie gute Men⸗ ſchen werden wollten.
Das Gute, das wir etwa gethan haben moͤchten, zaͤhlen wir nicht auf, weil wir wiſſen, daß man das Gute nicht thun muß, um ſich damit zu bruͤſten und dafuͤr gelobt zu werden, und daß es ſeinen Werth verliert, wenn man viel Redens davon macht. Wird's ja erwaͤhnt, ſo geſchiehet es in der dritten Rechnung— als Freudengenuß.
Zweytens berechnen wir die traurigen Tage und Stunden, die wir im verwichenen Jahre gehabt haben, die aber bis hierher noch immer eine unmerklich kleine Zahl ausmachten; theils weil der Menſch fuͤr uͤberſtandene Leiden kein Gedaͤchtniß hat, theils weil wir wirklich, ſeit lan⸗ gen Jahren, wenig eigentliche Leiden erfahren haben. Und bey den wenigen Uebeln, die uns
wiederfuhren, fanden wir noch uͤberdieß, nach


