Teil eines Werkes 
13. Bd. (1816)
Entstehung
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Der Zuſchauer vor dem Schauplatz hat es

beſſer, als der in der Kuliſſe lauſcht. Wahr

iſt es, dieſer erkennet Einzelnes weit deutlicher, aber das Ganze uͤberſiehet er nicht, und die boͤſe Schminke, und der Flitterſtaat, die er⸗ nun in ihrer Armſeligkeit bemerkt! Das Suchen nach Wahrheit macht gluͤcklich; das Gefundenhaben macht oft ſatt, traͤge, kalt. So vielleicht bei nichts mehr, als bei Menſchenkenntnis. Wie wohlthaͤtig iſts auch darum, daß die Natur ihre Geheim⸗ niſſe mit einem ewigen, aber durchſchimmern⸗ den Schleier verhuͤllt! Ihr nachzugehen, ihre hohen Geſetze erſt zu ahnen, dann zu be⸗ merken, jetzt ſie tauſendfach beſtaͤtigt zu finden, neu anzuwenden, lieb zu gewinnen, und ſie ſich ſelbſt anzubilden: das eben macht den Werth und das Gluͤck des einſamen, be⸗ ſonders des Landlebens.

Alles, was ſich liebt, veraͤhnlicht ſich ein⸗ ander. Wie zwei Farben zuſammenſtralen, daß J. f. F. XII. H. 2