Teil eines Werkes 
13. Bd. (1816)
Entstehung
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Fragmente aus den Briefen

einer deutſchen Fuͤrſtin an Lavater.

Beſchluß der erſten Sammlung.

Ein aͤußeres Merkmal einer ſchoͤnen, guten, weiblichen Seele hat mich bisher noch nie ge⸗ taͤuſcht: wenn das Weib mit ruhiger, heitrer, lieblicher Freude anhaltend von andern Gutes erzaͤhlen hoͤrte. Hoͤrte, ſag' ich, nicht ſelbſt erzaͤhlte: denn da achtet man mehr auf ſich und kann durch feine Bildung der Außen⸗ werke taͤuſchen.Und doch auch dort« ſagen Sie? Ich glaube nicht: denn da wuͤrde die Taͤuſchung ſo unendlich ſchwieriger, als die Wahrheit ſelbſt: warum ſollte man alſo nicht lieber dieſe annehmen 2