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Fragmente— aus den Briefen
einer deutſchen Fuͤrſtin an Lavater.
Beſchluß der erſten Sammlung.
Ein aͤußeres Merkmal einer ſchoͤnen, guten, weiblichen Seele hat mich bisher noch nie ge⸗ taͤuſcht: wenn das Weib mit ruhiger, heitrer, lieblicher Freude anhaltend von andern Gutes erzaͤhlen hoͤrte. Hoͤrte, ſag' ich, nicht ſelbſt erzaͤhlte: denn da achtet man mehr auf ſich und kann durch feine Bildung der Außen⸗ werke taͤuſchen.„Und doch auch dort—« ſagen Sie? Ich glaube nicht: denn da wuͤrde die Taͤuſchung ſo unendlich ſchwieriger, als die Wahrheit ſelbſt: warum ſollte man alſo nicht lieber dieſe annehmen 2
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