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an dich zu ſchreiben, und es ſchlug züdei, als ich den erſten Buchſtaben mahlte— geſtern, ſag' ich, gab es einen Sturm in unſerm Hauſe, der alles durch einander warf. Mein Bruder, den ich ſo ſehr liebe, wie dich, vergriff ſich an dieſem verhaßten Launay; mein Vater vergriff ſich an meinem Bruder, ich kriegte auch Einiges ab, das ich recht gern entbehrt haͤtte, und was ſchlimmer, als alles iſt— ſobald der Tag an⸗ bricht, wird man mich in ein Kloſter fuͤhren. Ich betruͤbe mich mehr uͤber deine Betruͤbniß, als uͤber meine eigne.
Da ich nicht weiß, in welches Kloſter man mich bringen wird, ſo weiß ich dir nichts zu ſagen; mein Bruder koͤmmt Schlag fuͤnf Uhr hieher; er wird mich nicht verlaſſen, ſo lange er mir folgen kann, und von ihm wirſt du die Art und Weiſe erfahren, mich zu ſehen, falls ich ſichtbar bin, oder mir zu ſchreiben, wenn ich es nicht ſeyn ſollte.
Ich empfehle dir nicht, mir treu zu blei⸗ ben; meine Liebe, die ich ſo offen dir geſtand, die Mißhandlungen, die ich um deinetwillen dulde, ſprechen lauter, als ich es vermag. Ich


