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An Herrn von Launay, Erb⸗, Lehn⸗, und Gerichtsherrn auf Mesnil, u. f. w. u. ſ. w.
Mein Herr! Mein Vater, der mir ſo eben be⸗ fahl, Sie zu lieben, hat mir damit eine Sache
aufgetragen, die ich nicht anzufangen weiß.
Nicht als ob Sie keine liebenswuͤrdigen Eigen⸗ ſchaften beſaͤßen— Ihr Blick iſt ſo edel als Ihre Geburt, Ihr Koͤrper ſo gebildet als Ihr Geiſt, Sie ſprechen Ihr Normaͤnniſch ſo cor⸗ rekt als einer Ihrer Provinz: aber alles das
ruͤhrt mich nicht. Sie ſollten mir fuͤr meine Offenheit ſo verbunden ſeyn, als ich es Ihnen füͤr Ihre Liebe bin; ſollten mir fuͤr die Ausga⸗
ben, die ich Ihnen erſpare, eben ſo viel Dank wiſſen, als ich fuͤr die gemachten.
Da es ungerecht waͤre, daß Sie ganz auf Ihre Koſten mir den Hof gemacht, und ich dieſe Ehre ganz umſonſt gehabt haͤtte, ſo ſollten wir uns hieruͤber vergleichen, und es ſteht nur bei Ihnen, daß wir uns zur Haͤlfte drein thei⸗


