Teil eines Werkes 
9. Bd. (1815)
Entstehung
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Der Juͤngling. O ihr Gluͤcklichen der Fluren, Eurem Gruße naht ſie gern, Doch von allen meinen Spuren Blreibt ſie fliehend ewig fern! Und von allen meinen Thraͤnen Keine, keine ruͤhrt ihr Herz; Ach, in ewigſtummem Sehnen Kehrt mir nur der kalte Schmerz!

Blumen, gebt mir eure Sprache, Weht mir euren Zauber an,

Daß ich meinen Schmerz ihr klage, Troͤſtend ſie mir moͤge nah'n!

Soll ich liebend denn verſchmachten, Iſt ihr doch mein Trauern werth;

Will ſie meines Grams nicht achten, Fuͤhlt ſie doch, was mich verzehrt.

Roſe, gieb mir deine Duͤfte,

Deinen Thau, o Immergruͤn; Magiſch in dem Hauch der Luͤfte

Moͤg' ihr meine Sehnſucht gluͤh'n; Und von deinem milden Glanze

Leihe mir, Vergißmeinnicht, Wenn zum ſtillen Todrenkranze

Sie die letzte Blume bricht.

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