Teil eines Werkes 
8. Bd. (1815)
Entstehung
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Deine Freunde zu werden. Man befuͤrchtete, Du werdeſt Dich weigern, Dein Werk fremden Leuten vorzuleſen, aber ich habe ihre Zweifel gehoben. Auf meinen Befehl, ſagte ich, wird er keinen Augenblick zoͤgern zu erſcheinen; ein ſo ehrfurchtsvoller Anbeter widerſtrebt nimmer dem Gebote einer ſo guͤtigen Dame. Ueberhaupt, mein Herr Superklug, moͤchte ich wol wiſſen, wofuͤr Sie mich halten? Gilt

Ihnen mein Urtheil ſo wenig, daß Sie, nach⸗

dem ich ſo gnaͤdig war, das Stuͤck ſchoͤn zu finden, Sich noch weigern, es andern Leuten vor⸗ zulegen? Glauben Sie wol, weil ich ſelbſt keine Verſe machen kann, ich koͤnne auch nicht ihren

Werth oder Unwerth beurtheilen? Du ſollteſt

doch begreifen, daß ich als Dein Liebchen Dei⸗ nen Ruhm theile, und Dein Bischen Ehre keine Gefahr laͤuft, ſo lange es in ſo getreuen Haͤn⸗ den, als die meinen, ruht.

Beduͤrfte ich Deiner morgen nicht, ſo wuͤr⸗ de ich Dich auskeifen; aber wenn ich Dich nicht mehr brauche, will ich mich recht ſehr be⸗ muͤhen, Dir uͤbel zu wollen, und ich verſichre Dich, Du wuͤrdeſt viele Muͤhe haben meinen