Teil eines Werkes 
8. Bd. (1815)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

23

und es der Klugheit gemaͤß achteten, dieſelbe ſammt dem kuͤhnen Wunſche, den ſie enthalten ſollte, etwas weniger deutlich zu machen. Noch⸗ maliger Anfrage des Koͤnigs um Deutung glaub⸗ ten ſie ohnedem gewiß zu ſeyn, dann wollten ſie ſich naͤher erklaͤren; Minyas pflegte ja ſonſt aͤberall zweimal zu fragen.

Der Koͤnig, ſagten ſie, ſoll ſeine liebſten Schaͤtze den Armen geben! Was ſind die liebſten Schaͤtze des großmuͤthigen Minyas? Iſts Gold und Geld, das er ſo freigebig mit uns, den Duͤrftigen, theilt? Des Koͤnigs hoͤchſte Koſtbarkeiten ſind ſeine Kinder; die groͤßere Haͤlfte derſelben, die heldenmuͤthigen Soͤhne, nahmen die Goͤtter; die himmliſch⸗ gebildeten Toͤchter, die er blos fuͤr die Olym⸗ pier oder große Koͤnige verſparte, fallen, nach dem Urtheilsſpruch der nimmer fehlenden Goͤt⸗ tin, den Armen zu. Der Koͤnig weiß nun, vaus welchem Stamme er Eidame waͤhlen und Enkel ſehen ſoll.«

Der Koͤnig glaubte die Meinung der Prie⸗ ſter ganz zu verſtehen, und verſank in ein duͤſtres Stillſchweigen. Thraͤnen quollen aus ſeinen zur