Teil eines Werkes 
5. Bd. (1815)
Entstehung
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geſtern und morgen, und(welches ſelten der Fall iſt,) uͤber dem Anſchaun materieller For⸗ men loͤßten ſich alle meine Kraͤfte in Gefuͤhl auf.

Allmaͤhlich verließ mich meine Beklemmung, oder vielmehr mein, einer Beklemmung aͤhnli⸗ ches Staunen. Eine gewiſſe Ruhe, und gleich⸗ ſam ein Stillſtand des Empfindungsvermöͤgens folgte. Ich verfiel in ein tiefes Nachſinnen. Dieſes wich einem Anſchwellen des Herzens, einem raſcheren Umlauf der Lebensgeiſter, und einem erhabenen und ſtolzen Selbſtgefuͤhl, des⸗ gleichen ich noch nie zuvor empfunden hatte. Die Seele iſt groͤßer, edler und ausdauernder, als dieſe materiellen Formen. Hoch, wie jener Adler ſich uͤber die Felsſpitze emporſchwingt, und frei, wie ſein Flug durch die Luͤfte, iſt mei⸗ ne Beſtimmung, in Vergleichung mit den Ge⸗ genſtaͤnden, die ich jetzt uͤberſchaue. Ich fuͤhlte eine Erhebung, eine Freiheit und eine Fuͤlle der Freude. Der Farbenglanz, welcher die Berge, die Waͤlder, die Felſen und den See, in der mannichfaltigſten Verſchiedenheit der reizendſten Perſpektiv umgoß, war mir jetzt nur ein ſchwa⸗