Teil eines Werkes 
3. Bd. (1815)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

15

Mein Gluͤck betaͤubte meine Sinne. Ich ſank auf meine Kniee endlich brachen meine Thraͤnen hervor. Ich flehete freventlich um den Tod, um den Tod in dieſem Augenblicke, wenn mir dies Gluͤck der Liebe nicht beſchieden waͤre. Mein guter Engel warnte mich; er rief mir zu, dieſer Drang ſei Laͤſterung, dieſer gewaltſame Sturm koͤnne kein Gluͤck begruͤnden: umſonſt, ich ließ mich nicht warnen; ich ſtrengte meine Phantaſie an, Mittel zu erſinnen, um die red⸗ lichen, zutraulichen Schweſtern zu betruͤgen; ich ſahe den Major oft, ich ſah' ihn faſt taͤglich.

Eine neue und ſtaͤrkere Warnung des Him⸗ mels! Meine Mutter berichtete mir den Tod meines Vaters, und zugleich, daß mancherlei daraus entſtandene Verhaͤltniſſe ihren Entſchluß, mich aus der Penſion zu nehmen, beſchleunig⸗ ten; ich moͤge daher ihrer Ankunft taͤglich entge⸗ genſehn.

Ich hatte meinen Vater zu wenig gekannt, um zu wiſſen, daß mir an ihm der letzte Be⸗ ſchuͤtzer geſtorben ſei; meine Thraͤnen um ihn waren halb erzwungen, und die Warnung des