Teil eines Werkes 
3. Bd. (1815)
Entstehung
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ſo leuchtet nicht in goldnen Fürſtenſaͤlen der Perlen Thau, der Lichtglanz der Juwelen.

Was Leben athmet, freut ſich meiner Schoͤne, die Mutter ſelbſt kann nur durch mich begluͤcken, kann liebevoll die lebensfrohen Soͤhne

nur an die Bruſt, die ich umfange, druͤcken; verlaß ich ſie, dann fliehn der Freude Toͤne, und traurend weicht frohſinn'ger Luſt Entzuͤcken, erbleicht ſind ihre bluͤthenvollen Wangen,

in Feſſeln liegt das Leben ſelbſt gefangen.

Doch, wendet ſich die Reihe meiner Zeichen, ſo ſteht vor dir ein duͤſtres Bild voll Graun; wo ich erſcheine, muß die Freude weichen; nie wird das Licht, wen ich umfange, ſchaun; den ernſten Tempel will aus mir das Schweigen, Trophaͤen ſich aus mir der Tod erbaun; 2 mich ruft der Schmerz, und muß mich, rufend, haſſen, doch ſteigt ſein Leid, ſoll er mich von ſich laſſen.

Wohl prang' ich oft in reichgeſchmuͤcktem Kleide, 43 gleich naͤchtlicher Geſtirne Silberſtrahl;

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