Teil eines Werkes 
2. Bd. (1815)
Entstehung
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eine Wahrheit geſtehen, wenn ich ſie auch ſonſt ſchon geſtanden haben ſollte! Als ich Sie zuerſt kennen lernte, intereſſirten Sie mich nur als ein Gegenſtand meines Mitleidens, und uͤbrigens als ein Weibchen nun, ſchlecht und recht; ja die Art, wie Sie gekleidet waren, obſchon nach der Mode, entſtellte Sie ſogar in meinen Augen. Dahin wird's nun in alle Ewigkeit bei mir nicht wieder kommen, außer wenn man Ihnen einredete, die ſchoͤne Dame zu machen. Schoͤn, Eliſa, ſind Sie nicht; und wenn Zehen den Blick uͤber Ihr Geſicht ſtreifen laſſen, ge⸗ faͤllt es vielleicht nur Einem darunter: aber Sie ſind etwas, das mehr werth iſt; ich habe warum ſollt' ichs denn nicht ſagen? ich habe nie ein ſo geiſtreiches, ſo ſeelenvolles, ſo engel⸗ gutes Geſichtchen geſehen, und gewiß gab es noch nie einen Mann von Geiſt, von Ge⸗ fuͤhl und Delikateſſe,(wird auch keinen geben) der drei Stunden mit Ihnen in Geſellſchaft war, und nicht Ihr Verehrer oder Freund wurde vorausgeſetzt, Sie wollten keinen Charakter annehmen, der Ihnen fremd iſt, ſondern blos das kunſtloſe Weſen bleiben, wozu die Natur