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Folge einer Erkältung, die er ſich bei dem Nachtbeſuche eines fernen Patienten zugezogen hatte, ſanft in den Ar⸗ men ſeines beſten Freundes Egmont und deſſen Gattin, die Beide heiße Thränen der Wehmuth über dem Grabe des Geſchiedenen geweint haben, der ſie zwei Mal aus der Trennung wieder zuſammen geführt hat.
Es bleibt uns jetzt noch übrig, Ida von Gilgenbruck's Schickſal zu verfolgen. Sie wiederholte ihren Verſuch, ſtörend zwiſchen Egmont und ſeine Gattin zu treten, nicht wieder, mochten die Worte des Doctors oder andere Gründe ſie nun von der Nutloſigkeit jedes ſolchen Beſtre⸗ bens überzeugt haben. Sie verließ Roſenthal bald nach jener Unterredung mit Mittermann und begab ſich den Winter über nach der Hauptſtadt, wo ſie alle geräuſchvollen Vergnügungen mitmachte und viele Verehrer fand. Mit einem derſelben zu Ende des Winters verlobt, einem ſchö⸗
nen, gebildeten und reichen Mann aus altadeliger Fa⸗ milie, wollte das Unglück, daß dieſer mit dem Couſin des Fräuleins, Baron von Ohlſen, zufällig in einem Bade⸗ orte zuſammen traf und dieſen dort näher kennen lernte; man ſagt, dies ſei die Veranlaſſung zu der bald darauf von ſeiner Seite erfolgten Auflöſung ſeiner Verlobung mit Ida von Gilgenbruck geweſen. Indeſſen fehlte es dieſer nicht an anderen Verehrern, und ein Jar 1858. XIX. In Wald und Schloß. II. 2*


