Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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oder ſich zuweilen gar eine Thräne hineinſtahl, und er ver⸗ doppelte wieder ſeine Zärtlichkeit für ſie.

Doctor Mittermann allein beurtheilte ihn richtig, denn die Gräfin blickte mit ſchmerzlichein Bangen auf den Sohn, deſſen Ehe ſie doch nicht für ſo ganz glücklich hielt, wie er vorgab, und Marie ſelbſt gerieth zuweilen auf den Verdacht, das Urtheil ſeiner Standesgenoſſen über die Mißheirath und die Einſamkeit, der er ſich deswegen hin⸗ gab, bekümmere ihn und er wolle ihr dies aus zarter Scho⸗ nung nicht geſtehen. Mittermann wußte, daß dies nicht der Fall war, ſondern daß allein Gräfin Eleonore die Schuld an Egmont' zeitweiliger Verſtimmung trug, in⸗ dem ſich zwiſchen ihr und Marie noch immer nicht ein Ver⸗ hältniß herausſtellen konnte, wie er es wünſchte und for⸗ dern zu können meinte. In ihrer übergroßen Zärtlichkeit für den Sohn, die mit allen Prüfungen nur noch höher ſtieg, bewachte ſie ſein Glück mit den eiferſüchtigſten Augen und ſah daſſelbe gefährdet, wo es dies in der That nicht war. Auch die Gräfin meinte, Egmont genüge nicht mehr die freiwillige Abgeſchloſſenheit von der Geſellſchaft, die er ſtreng bewahrte, um nur noch für Marie und ſeine Un⸗ terthanen zu leben, ſie konnte es nicht faſſen, daß ein ſo feuriges Herz, wie das ſeinige, eine Befriedigung in einem ſo beſchränkten Lebenskreiſe fände, und ſie betrachtete: Zurückgezogenheit als ein Opfer, das er ſei Ga