Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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ich Unrecht gethan habe, zu ſchweigen, fuhr Marie fort;vergieb es mir, Mutter.

Sie erzählte jetzt ihre ganze Bekanntſchaft und deren weiteren Fortgang mit Graf Egmont, wie wir ihn ſchon kennen; ſie geſtand der Mutter auch, welche Hoffnungen ſeine Worte in ihr erregt hätten und wie ſie noch feſt über⸗ zeugt ſei, Egmont werde ſein Wort halten, wenn er wieder hergeſtellt ſei.

Armes Kind! ſeufzte die Alte ſchwer;,ich fürchte, er hat Dir mehr verſprochen, als er halten kann. Marie⸗ chen, ich will Dir auch Alles ſagen, was ich weiß, denn ich glaube, es iſt beſſer, daß Du Dich auf das Schlimmſte vorbereiteſt, als daß Du Dich Hoffnungen hingiebſt, die ſehr trügeriſch ſein dürften. Weißt Du, die Leute aus dem Schloſſe ſagen, die junge, ſchöne Dame, die eben hier eingetroffen iſt, ſei des jungen Grafen verſprochene Braut.

Marie fuhr heftig auf und blickte die Mutter un⸗ gläubig an.

Sie meinen, die Verlobung ſei zwar noch nicht öf⸗ fentlich bekannt gemacht, aber ſie ſei ſchon lange zwiſchen den Eltern verabredet und Graf Egmont ſei viel mit dem Fräulein zuſammen und dutze ſich ſogar mit ihr ſchon, fuhr die Alte zögernd fort. 6

Nein, Mutter, ſie täuſchen ſich, das iſt unmöglich, ſagte Marie nachdenklich, den Kopf ſchüttelnd.Egmont