Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

235

Pedanterie ſo mancherlei Tadelnswerthes an ihrem Be⸗ nehmen gegen den Grafen Horneck fand, den er überhaupt nicht leiden mochte und eigentlich beneidete, wiewohl der⸗ ſelbe es nicht an achtungsvoller Aufmerkſamkeit für ihn fehlen ließ; Victor bewarb ſich ſogar, ohne alle Neben⸗ abſicht, um ſeine Zuneigung, weil er in ihm nur den äl⸗ teren Kameraden ſah, dem er durch ihre beiderſeitige Stel⸗ lung jetzt beſonders nahe gekommen war.

Die herzogliche Familie entſchloß ſich nun, einige Wochen auf einem reizend gelegenen Landſchloſſe zuzubrin⸗ gen, das nur ein paar Stunden von der Reſidenz entfernt war; unter Anderen erhielt auch Victor die Ordre, ſie dahin zu begleiten. Dem Namen nach ging der Erbherzog auch dahin mit, zog es aber vor, tagelang nach der Re⸗ ſidenz zurückzukehren; er meinte genug gethan zu haben, wenn er ſeine Gemahlin, den Adjutanten und die Diener⸗ ſchaft dort ließ; dafür konnte er ſelbſt ſich nur umſo freier bewegen.

Die herzogliche Familie wollte ganz ländlich leben, ein langentbehrter Genuß für ſie. Jeder ſollte ſeine Frei⸗ heit haben. Die Uniformen wurden von den Herren ab⸗ gelegt und mit leichten, eleganten Sommeranzügen ver⸗ tauſcht, ſelbſt die Damen verbannten die glänzenden und