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Die Emigranten : historische Novelle / von St. Graf Grabowski
Entstehung
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Ich kann Eugen nicht verlaſſen! rief ſie heftig. Der Himmel ſegne Eure Flucht, ich muß zurück!

Weder Horace noch die Vicomteſſe hatten dieſe Worte gehört und bemerkt, wie Madeleine, über die eine ver⸗ zweifelte Entſchloſſenheit gekommen war, ſich umwandte und ſich furchtlos wieder in das Gedränge miſchte, dem ſie kaum entkommen war. Mit einem leiſen, ſpöttiſchen Lä⸗ cheln beſtieg Frangaiſe das Boot, das einen Moment ſpäter vom Strande abſtieß.

Wo iſt Madeleine? fragte Horace gleich darauf beſtürzt.

Ich weiß es nicht, entgegnete das Fräulein kalt.

Es war zu ſpät, jetzt daran zu denken, wie man das unglückliche Mädchen noch retten könne.

Inzwiſchen war Eugen, ſobald auch ſein Regiment ſich in wilder Flucht auflöſte, nach dem Madeleine bezeich⸗ neten kleinen Fiſcherhauſe geeilt; er fand ſie zu ſeinem Schrecken dort nicht, obgleich, wenn ſie ſeinem Rathe ge⸗ folgt wäre, ſie ſich ſchon eine geraume Zeit hätte an dieſem Orte befinden müſſen. Unverzüglich ſtürzte der von höchſter Unruhe getriebene Vicomte den Weg, den er gekommen war, zurück, drang in Quiberon ein und ſuchte die Woh⸗ nung der Vicomteſſe auf. Sie war leer, und Madeleine hatte ihm keine Nachricht hinterlaſſen, wohin ſie ſich mit der Familie Saint⸗Réal gewandt habe. Eine Weile ſtand