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gekämpft. Nach Beendigung des Gefechtes erſt war er Eugen begegnet, und nachdem die beiden Freunde ſich mit Entzücken begrüßt hatten, waren ſie, ſobald es der Dienſt erlaubte, nach der Wohnung der Vicomteſſe geeilt.
Ueberglücklich ſchloß dieſe noch einmal den Sohn feſt an die Bruſt, als er ſeine Erzählung geendet hatte; als Horace ſich nun aber auch noch einmal an ſeine Schweſter wandte und dieſe umarmte, fragte Francaiſe, die ſchon lange eine ängſtliche Unruhe an den Tag gelegt und oft täuſchend nach der Thür geblickt hatte, ihn ſo leiſe, daß nur er allein es verſtehen konnte:
„Du haſt heute unter dem Grafen Hervilly gefochten, theurer Horace; er iſt doch nicht verwundet?“
„Der Brave hat die Treue für ſeinen König mit dem Heldentode beſiegelt,“ erwiederte Horace trübe.
„Er iſt todt?“ fragte das Fräulein tonlos und mit einem Blicke, aus dem alles Leben geſchwunden zu ſein ſchien.
„Er fiel vor zwei Stunden bei der heldenmüthigen Vertheidigung der Landenge, deren Feſthaltung uns Alle vor dem ſichern Tode bewahrt hat, entgegnete Horace;— „der Graf Sombreuil trat an ſeine Stelle und—“
Ein verzweifelter Schrei Francaiſens, der alle Herzen ſchneidend berührte, unterbrach ihn; das Fräulein ſank ohn⸗ mächtig zuſammen, und kaum gelang es ihrem erſchrockenen


