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Die Emigranten : historische Novelle / von St. Graf Grabowski
Entstehung
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einen Royaliſten vor ſich, worauf ungeachtet der großen dreifarbigen Kokarde das Ausſehen des Mannes deutete? es wäre nicht das erſte Mal geweſen, daß die geächteten Emigranten ſich politiſcher oder Privatzwecke halber unter einer Verkleidung in dieſer Gegend blicken ließen, in der die der Krone getreuen Chouans oft mit Erfolg ihr Weſen trieben. Mathieus Geſicht zog ſich in bedenkliche Falten, denn er kannte die Verantwortlichkeit, die ihn traf, wenn in ſeinem Hauſe ein verkappter Royaliſt entdeckt wurde, und ſeine ihm angeborne Aengſtlichkeit ließ ihm die Gefahr groß erſcheinen. In einem Tone, der zwiſchen Ehrerbietung und bedrohlichem Ernſte ſchwankte, fragte er daher:

Vermuthlich kennen Sie die Polizeigeſetze dieſer Gegend mein Herr, und geſtatten mir, in den Paß einzu⸗ ſehen, den Sie ohne Zweifel bei ſich führen?

Der Fremde runzelte ein wenig die Stirn, aber er erwiederte Nichts, ſondern öffnete ſeinen Reiſeſack und⸗ holte nach einigem Suchen aus demſelben ein zuſammen⸗ gefaltetes Papier, das er mit einem faſt höhniſchen Blicke dem Wirthe überreichte. Dieſer zog ſich ein wenig zurück und las. Der Paß war unbedingt richtig; er war von Vadies ſelbſt, einem Mitgliede des Wohlfahrtsausſchuſſes unterzeichnet, was auf die Wichtigkeit der Perſon des In⸗ habers zu deuten ſchien, und lautete auf den Namen Eu⸗ gen Delavigne als Civil⸗Commiſſär des Convents, den