Vorwort.
Die folgende Geſchichte ſollte mehr ein Ro⸗ man, als eine Novelle betitelt werden. Ein Ro⸗ man muß nicht nothwendiger Weiſe unnatürliche Wirkungen haben, wie„der Roman im Forſte“ und der„Bravo von Venedig“, zwei der populär⸗ ſten Romane in unſerer Sprache, genügend darthun. Ein Roman iſt eigentlich eine Dichtung, welche unwahrſcheinliche, aber nicht unmögliche Begeben⸗ heiten, gegründet auf Thatſachen, ſchildert und mehr die Einbildungskraft, als den Verſtand in An⸗ ſpruch nimmt.
Bei der vorherrſchenden Tendenz, die Dichtung mit einem Scheine von Wirklichkeit zu umgeben und ein Intereſſe an den ſchmutzigſten Ereigniſſen des täglichen Lebens zu erregen, mag es ein ge⸗ wagtes Unternehmen ſein, die Begebenheiten in dem Leben eines„Geldverleihers“ romantiſch zu


