Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

326

Sache, greife ſie an! Widerſetze Dich nicht im Ueber⸗ muthe Deinem unglücklichen Vater!“.

Auf ſolch eine Bitte hin, konnte natürlich Henry nicht umhin, ſeiner Mutter unbedingten Gehorſam zu verſprechen, und Miſtreß Hamlyn hatte die Freude, die erſte zu ſein, welche ihrem Gemahle die Kunde brachte, daß ihr Sohn vollkommen mit ſeinen Planen einver⸗ ſtanden ſei. Der arme Henry meldete nun wohl der ermahnenden Mutter, welche er ſo ſehr liebte und hoch achtete, ſeine pflichtgemäße Unterwerfung, aber er be⸗ merkte voll Schmerz, daß ihm, wie Covalan im Alterthum, der Gehorſam gegen ſeine Mutter ins Unglück ſtürzte. Die ſo kurz dauernde Hoffnung von einem Berufe frei zu werden, welchen er verabſcheute, und ſodann auf dieſem Wege die Hand einer Dame zu erhalten, welche er verehrte, mußte er aufgeben. Dieſes Unglück warf ihn nieder; ſein Geiſt wurde weit ſchwächer, als er zu⸗ vor geweſen war. Die Leute, welche mit Intereſſe den Gang ſeiner Studien überwachten, der ſeiner Beendigung ſo nahe war, ſahen mit Schmerz und Staunen, daß jedesmal um eilf Uhr Vormittags den jungen Mann der Muth verließ. Seine Anſtrengungen in Studien waren ſchwach. Die Betrachtung nahm ihm allen Muth zum Studiren, daß die höchſten Auszeichnungen, welche er erringen konnte, ihm weit weniger galten, als die Erlöſung von ſeinem Schickſale.

—-—

„Sie wird nie die meine werden! Sie hat mir ge⸗

ſagt, ſie werde niemals die meine werden, wenn ich mich je in die gehäſſigen Spekulationen verwickle, welche das Herz meines Vaters ſo verhärtet, und das wahre Weſen meines Vaters ſo ausgedorrt haben,“ war ſeine immer wiederkehrende Betrachtung. Der Himmel weiß es, ich hätte kein Bedenken getragen, meine eigenen Lebensausſichten dadurch zu gefährden, daß ich mich ihren Vorurtheilen über dieſen Punkt gefügt hätte.

Aber da meine Mutter, meine arme theure Mutter, in

Betracht ihrer Kinder mich um Hilfe anſpricht, ſo kann