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Dieß Wunder wirkt auf ſo verſchiedne Leute
Der Dichter nur; mein Freund, o thu' es heute! Dichter.
O ſprich mir nicht von jener bunten Menge,
Bei deren Anblick uns der Geiſt entflieht.
Verhülle mir das wogende Gedränge,
Das wider Willen uns zum Strudel zieht.
Nein, führe mich zur ſtillen Himmelsenge,
Wo nur dem Dichter reine Freude blüht;
Wo Lieb' und Freundſchaft unſres Herzens Segen
Mit Götterhand erſchaffen und erpflegen.
Ach! was in tiefer Bruſt uns da entſprungen,
Was ſich die Lippe ſchüchtern vorgelallt,
Mißrathen jetzt und jetzt vielleicht gelungen,
Verſchlingt des wilden Augenblicks Gewalt.
Oft wenn es erſt durch Jahre durchgedrungen
Erſcheint es in vollendeter Geſtalt.
Was glaͤnzt iſt für den Augenblick geboren;
Das Aechte bleibt der Nachwelt unverloren. Luſtige Perſon.
Wenn ich nur nichts von Nachwelt hören ſollte;
Geſetzt daß ich von Nachwelt reden wollte,
Wer machte denn der Mitwelt Spaß?
Den will ſie doch und ſoll ihn haben.
Die Gegenwart von einem braven Knaben
Iſt, dacht' ich, immer auch ſchon was.
Wer ſich behaglich mitzutheilen weiß,
Den wird des Volkes Laune nicht erbittern;
Er wünſcht ſich einen großen Kreis,
Um ihn gewiſſer zu erſchͤttern.. 3
Drum ſeyd nur brav und zeigt euch muſterhaft;
Laßt Phantaſie, mit allen ihren Chören,
Vernunft, Verſtand, Empfindung, Leidenſchaft,
Doch, merkt euch wohl! nicht ohne Narrheit hoͤren.


