Teil eines Werkes 
5. Bd. (1876)
Entstehung
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welche dieſe Worte ertönen ließ, noch immer die Hälfte des Pfades ausfüllte, finden wir doch heute ihre vollen Wangen etwas ſchmaler als dereinſt. Kein Wunder! denn unter jenen Wiesbadener Damen, welche den Frauendienſt des Krieges übten, wurde ſie in erſter Linie genannt. Freilich ſpielte dabei zuweilen ein Lä⸗ cheln mit, und die in ſolchem Zuſammenhange faſt 1 frivol klingende Behauptung Mancher, daß ſie ihr Amt 4 der Menſchenliebe con amore betreibe, war nicht ohne* harmloſe Berechtigung. Das ſtete Bedürfniß der eben⸗ ſo gutherzigen als lebensfrohen Frau, auf Andere zu wirken und ſich in ihrer Umgebung zu ſonnen, ließ ſie die ihr übertragene Leitung des Regierungslazareths mit einer Art von Leidenſchaft führen. Frei von per⸗ ſönlichen Pflichten, ging ſie in der Sorgfalt und den Intereſſen für ihr Hoſpital völlig auf und war davon ſo durchdrungen, daß ſie auch außerhalb deſſelben nicht im Stande war, ihre Gedanken auf irgend einen anderen Punkt zu richten. Wurde ihr halb ſcherzend vorgeworfen, das Knochenſplitter ihr liebſtes Thema wären, ſo begann ſie, jede Ironie arglos überhörend, ſofort eine neue Krankheitsgeſchichte. Kein Zug entging ihrer Beachtung, weder jener des Humors, der auf dem Januskopfe alles Menſchlichen auch inmitten des größ⸗ ten Elends ſeine ſchalkhaften Linien zeichnet, noch die