—
—
— 319—
all dem wird nun nichts, ich aber am Ende noch der miſerabele Gefaͤhrte des gottloſen Nikodemus Ruͤpel im Kerker werden, denn
„Verdacht iſt eine giftgeſchwollne Hyder Aunwachſend ſchnell wie Unkraut auf der Flur.““ „ Jeder Menſch hat ſeine Feinde, lieber Freund, das koͤnnen Sie mir glauben. Ueber'm Fluſſe, dort am Walde, wohnt der Lieutenant Knall; wir waren einſt Pagen zuſammen bei'm Hoͤchſtſe⸗ ligen. Ich ließ mir an einem Gallatage geluͤſten der alten Oberhofmeiſterinn— es war eine wider⸗ liche Perſon, ſie zankte und biß in einem fort— den Pompadour, in welchem ſie ihre Doſe ſtets trug, wegzuſtipitzen, um ihn mit einigen Maͤuſen verſehen, ihr wieder zuzuſchanzen. Das Unterneh⸗ men gelang vortrefflich. Die Sybille merkte nicht eher was von dem Streich, bis ſie Sereniſſimus gegenuͤber nach dem Doͤschen griff. Sie fiel in Ohnmacht, denn ſie konnte das behende Viehzeug nicht leiden; Sereniſſimus, der auch kein Maͤuſe⸗ held war, prallte zuruͤck, als die kleinen Beſtien an ihm voruͤberfuhren, ein Tiſch mit einem pracht⸗
vollen Theeſervice ward umgeſchmiſſen, der Favo⸗
rite der Schoos verbruͤht, das Windſpiel brach ein Bein, zwei Kammerherren verloren im Gedraͤnge den Haarbeutel, ſechs Damen mußten Ader laſſen, von wegen der vielen Stoͤße, die ſie erhalten hat⸗
ten. So lange die Reſidenz ſtand, war kein ſol⸗
1


