tionale Geſänge, Barcarolen, ſodann Stanzen aus Taſſo und Arioſt, und endlich Arien aus den neueſten Opern einlernen, um ſie dann bei dieſen Spazier⸗ fahrten vorzutragen. Ein Theil der Sänger befindet ſich alsdann in einer beſonderen, der Hauptbarke in kleiner Entfernung folgenden Gondel, und zuweilen, wenn es die Vorſchrift verlangt, ſtimmen ſämmtliche Gondoliere mit in den Geſang ein. Die Art, wie dieſe Sänger die ganz im Volke lebenden Stanzen aus dem Taſſo vorzutragen pflegen, iſt ſehr bemer⸗ kennswerth. Sie theilen die einzelnen Strophen unter ſich und ſingen dieſelben dann wechſelſeitig in alt hergebrachten Melodien ab; die Monotonie dieſer Melodien gibt dem Vortrage faſt den Character der katholiſchen Lithurgie, und der Eindruck, den ſie her⸗ vorbringen, iſt ganz dem zu vergleichen, den das Ab⸗ ſingen einer ſolchen Meſſe hervorbringt. Mit einer be⸗ wunderungswürdigen Präciſion tragen dagegen dieſe ungeſchulten Sänger Arien und Chöre aus den neuern italieniſchen Opern vor. Die Schnelligkeit, mit wel⸗ cher die italieniſche Opernmuſik in das Volk über⸗ geht, giebt den Beweis dafür, daß ſie eben den echt nationalen Character trägt. Wie der Italiener ſelbſt leicht ſinnlich erregt und voll Leidenſchaft iſt, ſo auch iſt die Muſik in Italien zwar reich an Melodie, aber
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