Nachbarſchaft gerade nicht beſonders beliebt, denn erſtlich beſuchte ſie faſt Niemanden, und kam nur höchſt ſelten zu einer Betverſammlung der Frommen, was ihr vor⸗ züglich nachgetragen wurde, dann aber ließ ſte ſich auch zu keinem einzigen„Steppdeckenfrolick,“ bei keinem „Klötzerollfeſt“ blicken, bei denen doch ihr Mann ſelten
fehlte, und ſchon hierdurch mußte ſie den ſchönen Arkan⸗
ſanerinnen ſehr entfremdet werden. Deſto mehr fiel es daher auf, daß ſie jetzt, und zwar mit ſo dringender Bitte um Hülfe, die nächtliche Einladung umhergeſandt
hatte. Ohne wirkliche Gefahr war das nicht geſchehen,
und dem Wunſche, einem Kinde zu helfen, konnten nur
ſehr wenige widerſtehen. Des alten Grolles wurde nicht 8—
weiter gedacht, und ehe die Sonne im Mittag ſtand, hatten ſich elf, meiſtens verheirathete und ältliche Frauen mit allen nur erdenklichen Pulvern und Eliriren, vor⸗ züglich aber mit einer faſt unglaublichen Quantität
Kalomel, eingefunden, um„dem armen lleineuͦ Würm⸗
chen das ſüße Leben zu erhalten.“
Das kranke K Kind befand ſich auch aledings in einem recht traurigen und ſogar gefährlichen Zuſtand; ein hitziges Fieber tobte durch ſeine kleinen Adern, und 3
ohnedieß mußte es innerlich wirklich heftige Schmerzen leiden, denn es war kaum zu beruhigen, und ſchrie und


