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wohl die wunderlichen und außergewöhnlichen Ge⸗ ſtalten, die ihr begegneten, aber wie Schatten glitten ſie an ihr vorüber, und ihr Bild wollte nicht an ihrem Auge haften. Nur ein Gefühl bemeiſterte ſich ihrer, nur ein entſetzliches Gefühl: das Bewußtſein, daß ſie nicht mehr frei ſei, zu handeln wie ſie wolle, wie ſie für gut finde— daß ſie ſich verkauft habe an einen fremden Mann, daß ſie den Kauſſchilling nicht zurückzah⸗ len könne und Körper wie Seele nicht mehr ihr eigen nennen dürfe. Eine unſagbare Angſt über⸗ kam ſie; ihr Auge umflorte ſich, immer bänger wurde ihr zu Muth, immer heftiger ſchlug ihr Herz, und wie ſie fühlte, daß ihr zuletzt ſogar die Kraft fehlte, ſich lange aufrecht zu erhalten, ſank ſie halb ohnmächtig in der Wagenecke zuſammen.
Ihr junger Begleiter hatte etwas Aehnliches ſchon lange gefürchtet. Sie gab ihm auf ſeine Anreden keine Antwort, wurde mit jedem Augen⸗ blick bläſſer, das Auge ſtierer, und wäre jetzt viel⸗ leicht, als ſie ihr Bewußtſein ganz verließ, aus
dem Wagen gefallen, wenn er nicht raſch zuge⸗
griffen und ſie gehalten hätte.
Die Kathrine ſchien von alle dem auch nicht das Geringſte gemerkt zu haben, bis ihr Fräulein wirklich bewußtlos zuſammenbrach. Dann aber


