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Heute ſehens die Mitonares nicht, denn großes Eſſen iſt immer wenn ſie eine Zeitlang gebetet.“
„Aber die anderen ſchwatzen“ ſagte Maire un⸗ ſchlüſſig zur Schweſter aufſehend,„und nachher arme Maire; Vater Au⸗e hat mir ſo ſchon die Hölle ver— ſprochen, und er ſchickte mich g'rad hinein, fänd er mich.“
„Bah— bah— bah“ lachte die Andere und ſchüttelte mit dem Kopf—„da, hier und hier“— auf Mund und Herz zeigend—„das iſt fromm, das hat Religion und das iſt genug— Alles andere aber iſt frei, Maire; und raſch nun Mädchen, denn wir verſäumen den Spaß.“— Und wie ein paar aufgeſcheuchte Rehe flohen die beiden, von vielen An⸗ deren jetzt gefolgt, erſt ſeitwärts in den Orangenhain, um dann hinter den Gärten weg nicht dem Blick mancher„Kirchgänger“ ausgeſetzt zu ſein, die Aerger⸗ niß nehmen und die Fröhlichen verrathen könnten.— Und wie das klang und ſang und ſummte und ſchwirrte unter den Bäumen und Palmen— fröhliches Leben herrſchte in den duftenden Schatten von Orange und Guiava und der Klang der Flöte miſchte ſich in lachende Mädchenſtimmen, die ſich neckten und jagten auf dem Plan, die Predigt nachäfften und die Reden des heutigen Tages und dann wieder plötzlich ein⸗ fielen in die oft ſehr graziöſen aber noch öfter faſt


