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wenigen Secunden ſenkte ſie wieder die Augen zu Bo⸗ den und der Ehrwürdige Mann fuhr fort.
„Der Antichriſt hat ſich erhoben unter uns— nicht frei und offen aber trat er auf, dem ehrlichen Feind gegenüber der ehrliche Feind; nein ſchlau und heimlich ſchlich er herbei mit gleisneriſchem Wort und Blick, fromme Worte auf den Lippen und Trug im Herzen. Wehe! Wehe über ihn, wehe wehe über Euch wenn Ihr ihm lauſchtet was er Euch vorer⸗
zählt mit der Doppelzunge— der Fluch bliebe nicht
aus, und was durch Gottes Hand geſäet in den langen Jahren der Trübſal und des Leides, das mähte des Teufels Hand nieder in einer ſchwarzen Stunde.“
„Das Gebet!“ flüſterte einer ſeiner Amtsbrüder, denn die Königin hob wieder den Kopf und ſeufzte auf, wie von innerer Angſt beklemmt.
„Ich bin der Herr Dein Gott, Du ſollſt nicht andere Götter haben neben mir“— fuhr aber der Geiſtliche in vollem Eifer und hingeriſſen von dem Thema fort—„nicht buntes Schnitzwerk, bunten Klei⸗ des Zier, nicht leere Formeln und hohles Wort ſind des Chriſten Schmuck, ein demüthiges Herz nur und einfacher Sinn—“
„Das Gebet,“ mahnte dringender die Stimme, denn unter dem Volke auch wurde jetzt manche Stimme laut, und ſelbſt unter den gegenwärtigen Fremden, von


