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vorbeifluthenden angeſchwollenen Strom nieder⸗ ſchaute, blätterte Sarah in einem auf ihrem Schooſe liegenden Buche, ſchloß dieſes endlich, und blickte ſinnend auf die alte Kugelwunde, die der Einband trug.— „Deine Lallah Rookh müßteſt Du aber eigent⸗ lich doch jetzt auswendig können!“ lächelte Lis⸗ 3 beth, ſich zu ihr wendend;„haſt Du doch das ganze Jahr darin ſtudirt, als ob Du jeden Vers behalten wollteſt.— Komm, Sarah!“ ſetzte ſie dann herzlicher hinzu, als ſie mehr fühlte wie ſah, daß die Worte die Schweſter verletzten—„laß die trüben und traurigen Gedanken, die Dir nun ſchon die langen Monde am Herzen nagen. In wenigen Wochen kann Mr. Bale zurück ſein, und wir erfahren dann jedenfalls Gewiſſes auf die Briefe, die Vater geſchrieben. Halte Dich nur immer an die gute, wenn auch mit keiner Unter⸗ ſchrift verſehene Botſchaft, die wir bekamen; jedenfalls hat ſie ein Freund geſandt— der keinen Grund haben kann uns zu täuſchen.“— „Du haſt recht,“ ſagte Sarah—„wir wollen hoffen. Aber heute gerade, ich weiß eigentlich
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ſelber nicht weshalb, iſt mir ſo wunderbar ä Vuu lich zu Muthe.“ 5 Säsah
„Weil wir die Briefe heute abgeſandt,“ 6 Lisbeth—„aber ſieh, da kommen Fren
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