zu gut bewieſen, daß er mich der That für fähig — vielleicht für ſchuldig hielt.“
„Er wird ſicher Alles thun, was in ſeinen Kräften ſteht“— ſagte die Frau.
„Er kann Nichts thun,“ unterbrach ſie raſch Mac Donald—„ich will keine Gna de für mich. Wenn nicht gerechtfertigt, als begnadigter Verbrecher mag ich nicht leben. Nur ſein Herz möcht' ich überzeugen— der Gedanke beſonders war mir furchtbar, daß Marie mit dem Glauben an meine Schuld geſtorben ſein könnte— daß mich Mariens Bruder für einen feigen Mörder hält. Ich fühle, ich könnte meinem ferneren Ge⸗ ſchick mit leichtem Herzen entgegengehn, wüßte ich dieſe Laſt von ihm gewälzt.— Doch nicht allein dies“— ſetzte er nach einer kurzen Pauſe hinzu— „auch noch eine Bitte habe ich an Sie, verehrte Frau, deren Erfüllung mir große Beruhigung ge⸗ währen würde. Soll ich aufrichtig ſein, war gerade ſie mit die Haupttriebfeder, die mich dazu drängte, mich Ihnen zu entdecken— wenn ich auch von Ihren Lippen keinen Verrath fürchtete.“
„Wenn die Erfüllung in meinen Kräften ſteht.“
„Es iſt Nichts als die Beförderung eines Briefes, der Familiengeheimniſſe betrifft und nur im Fall meiner Wiedergefangennahme— oder mei⸗
nes Todes an ſeine Adreſſe befördert werden ſoll. 4*


