Teil eines Werkes 
3. Bd. (1857)
Entstehung
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wüſten Sitten fügen wollte. Noch ließ mich die Hoffnung nicht ſinken, daß in der Heimath meine Unſchuld ja endlich zu Tage kommen müſſe, daß Gott nicht wollen könne, dem Schuldloſen ſo furcht⸗ bare unverdiente Strafe aufzubürden. Jahr nach Jahr verging, und wie endlich der rohe Ueber⸗ muth brutaler Gefängnißwärter und Wächter mit jedem Tage ſtieg, und die Verzweiflung ſich mehr und mehr meines Herzens bemächtigte, beſchloß ich ſolches Elend nicht länger zu ertragen, und dem Beiſpiel Anderer folgend, in den Buſch zu fliehen. Wie ich entkam, bleibt ſich hier gleich. Unerkannt lebte ich eine Zeit lang in einem kleinen Deutſchen Städtchen dieſes Diſtricts als Arzt und verdiente mehr, als ich brauchte, bis mich der Uebermuth— oder nennen Sie es mein Geſchick, wieder ſelber in die Hände meiner Feinde trieb. Glücklicher Weiſe hatte ich mein Geld vorher ver⸗ borgen, und zum zweiten Male bin ich jetzt ihren Fängen entgangen, aber— ſie ſind ſchon wieder

nach mir ausgeſtreckt— ja, ſie glaubten mich ſchon

einmal auf's Neue feſt zu haben. Gehetzt wie ein wildes Thier des Waldes habe ich wieder hier zwiſchen Deutſchen Schutz geſucht, wie das ge⸗ jagte Wild ſich zwiſchen friedliche Herden miſcht, die Spur der Bluthunde von ſeiner Fährte ab⸗ zubringen. Von hier vertrieben, meinem letzten