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der Doctor noch eine kleine Zeit hier wirthſchaf⸗ tet, ſo kriegen wir Kranke genug, und dann machen Sie eine famoſe Ernte.— Heirathen, um mehr Vertrauen zu gewinnen?— daß Dich die Milz ſticht!— eine Wärterin ſollte man ihm verſchaffen, die ihn hinter den Ohren trocken hielte. So eine Piepkröte— behauptet, ſeine Recepte, die er alle abbrevirt, weil er die Endungen nicht weiß, würden in meiner Apotheke nicht ordentlich ausgeführt— will ſich einen chemiſchen Apparat kommen laſſen, die Arzeneien ſelber zu unterſuchen — ſo ein Maulaffe. Nein, Doctor, das iſt recht— bleiben Sie bei uns, und Sie ſollen einmal ſehen, was für eine Praxis Sie bekommen— wenn die Leute nur eben krank werden wollen. Worin ich Ihnen beiſtehen kann, das ſoll geſchehen, Sie können feſt auf mich rechnen.“
Schelling war ordentlich in Hitze gerathen, und leerte das vor ihm ſtehende Glas Wein auf einen Zug, Mac Donald aber ſagte freundlich:
„Ich danke Ihnen für den guten Willen, den Sie mir entgegenbringen. Unter ſolchen Umſtän⸗ den werd' ich dann wirklich ſuchen mir hier eine Stellung zu gründen, und das Vertrauen des Publicums zu gewinnen. Für jetzt, meine Herren, wünſch' ich Ihnen einen vergnügten Abend.“
„Adieu, lieber Doctor!“ ſagte Spiegel⸗ ihm
Gerſtäcker. II. 3
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