Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Und wie viel ſtärker wird ſie, wenn es mit ſolchen Freundesbriefen mahnend an die Herzen klopft. Luſt und Schmerz miſcht ſich dann in die lächelnde Thräne. Eines ſucht dem Andern zu bergen, was Jedes ſo gern ausſprechen moͤchte, und doch auch wieder nicht wagt. Es fürchtet in der Bruſt des Nachbars ähnliche Gefühle zu erwecken, wie ſie die eigene quälen und ahnet nicht, daß derſelbe Schmerz die Bruſt des Andern in gleichem Maaß erfüllt.

Gott ſei gedankt ſie ſind Alle wohl und geſund, brach die Mutter endlich das Schweigen, indem ſie ſich raſch und verſtohlen eine Thräne aus dem Auge wiſchte, und die Brille neben ſich

noch. Lieber Gott, die alte Frau hat ſelber ge⸗ ſchrieben, wenn ſie auch klagt, daß es mit den Augen gar nicht mehr ſo recht gehen wolle. Du mußt den Brief nachher leſen, John. Sie ſehnt

h' ſie firbt. 4

Nun wer weiß, wer weiß, lächelte der Gatte, elber einen Brief zuſammenfaltend und einen neuen öffnendmein Bruder iſt auch glücklich in Bombay angekommen, und es geht ihm gut.

8Und Onkel Ernſt iſt noch in Quebeck? frug

auf das Fenſterbret legteſelbſt die Mutter

ſich ſo ſehr danach, uns noch einmal zu ſehen,

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