Teil eines Werkes 
3. Bd. (1851)
Entstehung
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wirſt etwa eine Stunde allein fahren müſſen, ich habe noch, ehe ich die Stadt verlaſſen kann, eine kleine Geſchäftsſache zu beſorgen, werde Dich aber gar bald zu Pferde wieder einholen.“*

Ohne eine Antwort abzuwarten, ſchloß er leiſe die Thüre, winkte dem Kutſcher, der Wagen raſſelte über die ſchallenden Steine hinweg, und Livingſtone ſtand allein vor der Thüre ſeines Hauſes.

„Wie iſt mir denn!“ murmelte er, als er ſeine Hand leiſe an die Stirne preßte,„welcher Autor erzählt doch gleich von jenem engliſchen Lord, der lebensſatt und herzenskrank, ſeine müßigen Stunden damit kürzte, dem eigenen Begräb⸗ niß zu folgen? Hahaha— kaum noch hab' ich vierundzwan⸗ zig Stunden zu leben, und vertreibe mir indeſſen die Zeit damit, mein eigenes— und ein anderes Grab zu graben.“

Jenes kalte, unheimliche Lächeln ſpielte wieder um die Lippen des Kaufmanns, und er ſchritt die vierte Straße, ſeinem Waarenhaus zu, hinauf.

Die Statehouſe Uhr ſchlug neun, und zwei kleine Ge⸗ ſtalten wanderten vor der Independence Halle auf und ab. Um ſie herum ſtanden die rieſigen Bäume, die damals ihre Schatten auf die Helden der Revolution geworfen, als dieſe die Erklä⸗ rung ihrer Freiheit unterzeichnet, und ſtreckten ihre laubloſen

Arme zu dem kalten Winterhimmel empor. Aufeiner Seite des 15*