—
23 1—
ſende hineinlockten in ihre Klauen, ſo liegt hier die fidele Rieſinn„die Flaſche“ im Hinterhalt, die nur zu oft den Verdachtloſen in ihre uUmarmung reißt und ihn erſt wieder verwandelt und umgeſtaltet, und taumelnd und elend hinaus⸗ ſtößt in die Welt. Was für wunderbare Geſchichten könnte die alte ſteile Treppe erzählen, die in ſolchen Auſterkeller niederführt; Geſchichten von jungen blühenden Leuten, die mit rothem vollwangigem Antlitz, und offenem freien Blick hinabſtiegen, und bleich und ſchwankend, mit gläſernen, ja niedergeſchlagnen Augen wieder hinauf taumelten; von ver⸗ ſchlungenen Reichthümern, wo hinterher Mangel und Noth ekelhaft und gefräßig die gierigen Zähne fletſchte; von zer⸗ trümmerten Hoffnungen und zernichteten Ausſichten, die Leidenſchaften endlich zu wilder bahnloſer Wuth anfachten, daß ſie ſich grimmig ſelbſt verzehren mußten.
O ihr fröhlichen, glänzenden, ſchimmernden Auſter⸗ keller, mit euren Lichtern und Spiegeln, die ihr euch ſo dicht und innig an die alte„Unabhängigkeitshalle“ der Väter an⸗ ſchmiegt, welch wunderlich launige Geſchichten die alte ſteile Treppe von euch erzählen könnte.
Hier in dieſem Auſterkeller eröffnen wir die erſte Scene jenes entſetzlichen Trauerſpieles, das die vorliegenden Blät⸗
ter dem Leſer ſchildern ſollen; hier zwiſchen Licht und Froh⸗
ſinn, bei dem Schall zuſammenklingender Gläſer und unter der fröhlichen Begleitung luſtiger Trinklieder, entwickelte


