„Herr Könnern iſt ja wohl auch mit einge⸗ laden?“ fragte die Frau Gräfin ihre Tochter. „Ja,“ ſagte Helene;„er hat ſich aber ent⸗ ſchuldigen laſſen.“ „So— entſchuldigen? Wir ſind dem Herrn wahrſcheinlich nicht vornehm genug. Was ſich, um Gottes willen, ſolche Menſchen nur einbilden?“ „Da unten hör' ich Jemanden,“ rief Oskar— „Jeremias unterhält ſich— der Burſche iſt heute göttlich— haſt Du ihn ſchon in ſeiner Gala⸗ tracht geſehen?“ Die Frau Gräfin hatte aber keine Zeit mehr zu antworten, denn in dieſem Augenblick wurde die Thür weit aufgeriſſen, und Jeremias, der wirklich heute im Glanz ſeines gewöhnlichen Ball⸗ ornats erſchien, meldete: „Se. Ehrwürden der Herr Paſtor Beckſtein mit Ihro Ehrwürden der Frau Gemahlin.“ 1 Oskar drehte ſich auf dem Abſatz herum und drückte ſein Taſchentuch in den Mund, und ſeine Mutter konnte ihm nur noch einen wüthenden Blick zuſchleudern, denn im nächſten Moment mußte ſie ſchon mit lächelndem Geſicht den Herrn Paſtor begrüßen, der in ſchwarzem Frack, weißer Weſte, geſticktem Vorhemdchen und eben ſolchem weißen Halstuch, darunter aber, etwas unpaſſend, mit
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