Teil eines Werkes 
2. Bd. (1864)
Entstehung
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noch die alte Aengſtlichkeit von Europa mitge⸗ bracht, welche ſich erſt hier in Braſilien verlieren muß. Eine kleine Weile hält's noch aus— bis dahin kommen ebenfalls Gelder ein, und da meine gnädige Schwiegermutter in spe ihr Capital für das Rittergut mit dem nächſten fälligen Dampfer ſchon erwartet, ſo wär' ich ja ein wahrer Thor, wenn ich mir ganz unnöthiger Weiſe Sorgen machen wollte. Glück muß ein junger Menſch haben, und der Zufall— oder vielmehr dieſer verzweifelte Jeremias, der mir heute Morgen meine Kleider noch nicht rein gemacht hat— ſcheint mich in dieſer Familie dem Glück mitten in den Schooß geworfen zu haben; daß ich das aber beim Schopf ergreife, verſteht ſich von ſelber.“

„Der Jeremias iſt aber wirklich ein Lump,“ fuhr er in ſeinem Selbſtgeſpräche fort, indem er ſeinen Rock hernahm und ihn ſelber ausbürſtete —„nicht der geringſte Verlaß mehr auf den Menſchen, und wenn ich ihm nicht wirklich ſo viel Dank ſchuldig wäre, ich jagte ihn heutigen Tages zum Teufel!“

Draußen an ſeiner Thür klopfte es an.

„Wer iſt da?“

„Ich bin's,“ ſagte die Dorothea—„ich bringe das zerriſſene Zeug wieder— der Schneider iſt