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tugals, wie auch die Hauptſtadt noch immer Deſterro heißt; hierher wurden die Verbrecher, beſonders viele Juden transportirt, als Strafe für begangene Miſſethat, oder vielleicht auch nur, um unbequeme Perſönlichkeiten aus dem Wege zu ſchaffen— ein ſehr leichtes und von manchem Staate oft ange⸗ wandtes Mittel. Aber die Zeit iſt vorbei, und wie die Bewohner jetzt nicht einmal gern mehr hören, daß der Ort früher zu ſolchem Zwecke be⸗ nutzt worden, iſt Santa Catharina gegenwärtig der Schlüſſel zu vielen vortrefflichen braſilianiſch⸗ deutſchen Colonien geworden, und eine große Anzahl von Deutſchen ſind ſogar dort geblieben und haben ſich als Geſchäftsleute oder Handwerker in der Hauptſtadt niedergelaſſen. Deſterro iſt faſt zur Hälfte ein deutſches Städtchen.
Günther von Schwartzau kannte den Ort ſchon, aber trotzdem weilte ſein Auge mit Entzücken auf dem wahrhaft wundervollen Bilde, das ſich vor ihm ausbreitete, als ſie die, den eigentlichen Hafen gegen die Nordwinde ſchützende Landſpitze um⸗ fuhren und jetzt die kleine, freundliche Stadt, ter⸗ raſſenförmig von Bäumen, Büſchen und Palmen umſchloſſen, vor ſich liegen ſahen. Prachtvolle Gebäude feſſelten allerdings nicht den Blick oder gaben dem Hafen einen Anſtrich von Glanz und
Fr. Gerſtäcker, Die Colonie. II. 5


