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kommen waren und ſich in San Leopoldo nieder⸗ gelaſſen hatten.“.
„Alſo Braſilianer?“ ſagte Günther enttäuſcht.
„Ah, nein, wir ſind ſchon Deutſche,“ lachte die Frau gutmüthig,„und halten uns ja auch immer zu Deutſchen, wie Ihr ſeht, denn mit den Bleifüßen iſt es doch Nichts, und ſie wollen Nichts arbeiten und ſchaffen.“
„Bleifüße— was zum Henker iſt das nur?“ lachte der eine Fremde;„ein Bleifuß ſoll ja auch die ſchlechte Brücke gebaut haben.“ 3
„Ih ja,“ meinte der Mann ſchmunzelnd,„der Bleifüße giebt's gar viele— eigentlich mehr, als gut iſt, und wir nennen beſonders die eigentlichen Portugieſen ſo, die immer herüberkommen und ſo thun möchten, als ob Braſilien ihnen gehörte. Weshalb ſie aber eigentlich ſo genannt werden, weiß ich ſelber nicht recht; aber den Namen haben ſie, ſo viel iſt ſicher, und werden ihn wohl auch behalten. Aber ſeid Ihr ſelber erſt ſo kurze Zeit im Lande, daß Ihr noch nicht einmal das Wort Bleifuß gehört habt? Ich dächte doch, das würde häufig genug aller Orten genannt.“
„Ich ſelber bin ſchon lange im Lande und kenne auch den Namen,“ lächelte Günther,„aber mein Reiſegefährte da iſt erſt kürzlich aus den
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