Wanſt da draußen voll ſüßen Graſes äſen*)— s'iſt keine Vernunft drin.“
„Wenn's aber verrathen wird, kommen wir beide in Teufelsküche“, ſagte Kerdelmann nachdenkend.
„Verrathen— wer ſoll's verrathen?“ fragte Schöffel—„Ihr habt doch gewiß irgendwo einen Platz, wo man es unbemerkt hereinſchaffen kann, und hängt es erſt einmal in Eurer Fleiſchkammer, wer kann dann beſchwören, in welchem Revier es ſeine Fährten eingedrückt? Das brauch' ich Euch aber Alles nicht weiter zu ſagen, und heut' iſt in ſo fern eine vor⸗ treffliche Zeit dazu, als die Förſter und Forſtgehülfen alle feſt im Wirthshaus drüben ſitzen. Den Schuß hat auch keiner gehört, und ein billigeres Stück Wild
bekommt Ihr im ganzen Leben nicht wieder.“
Kerdelmann blieb noch eine Weile ſitzen und ſah ſtill vor ſich nieder.— Da ſchlug die Uhr zehn, und bei dem Schlag, in die Höhe fahrend, ſagte er raſch: „Gut— dann bringt es her— ich gehe jetzt mit Euch und zeige Euch, wo Ihr es hereinſchaffen könnt. Das Geld mög't Ihr Euch dann morgen früh um 9 Uhr holen; ſeid Ihr damit zufrieden?“
„Gewiß“, rief Schöffel, und griff dabei in die
*) Aeſen: freſſen, vom Wild.


