Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1821)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

46

wuchs mein kleines Vermögen In gr oßen Summen.

Der edle Koͤnig Karl I.(zu Euch, wer⸗ ther Graf! darf ich ihn wohl ſo nennen) be⸗ zeigte mir viele Huld und Gnade, und ſchenkte mir ſein koͤnigliches Zutrauen, mehrmals An⸗ leihen mit mir zu unterhandeln. Mehrere be⸗ deutende engliſche Familien wuͤnſchten in ver⸗ wandſchaftliche Verhaͤltniſſe mit mir zu tre⸗ ten; aber ich war im Herzen meinem vaͤterli⸗ chen Glauben treu geblieben und wollte lieber

dem Beſitz ſchoͤner und tugendhafter Britten⸗

zungfrauen, als jenen entſagen; daher blieb ich unvermaͤhlt, bis ein franzoͤſiſcher Kanfmann, der gleich mir ſich in London niedergelaſſen und an meine Lehre glaubte, mir ſeine Tochter zur Gemahlinn anbot, mit welcher ich in der

gluͤcklichſten Ehe gelebt habe; ſie gebar mir

Roſalinden, und nachdem die tugendhafte

Hausfrau durch zwoͤlf Jahre mein Leben ver⸗

ſchoͤnert, ſtarb ſie und ließ dem bekuͤmmerten Gatten als einzigen Troſt uͤber ihren Verluſt⸗ die liebliche Tochter zuruͤck.

So wenig es dem Vater ziemt, das Lob ſei⸗ nes Kindes anzuſtimmen, eben ſo wenig werde ich dieſes bei Euch beduͤrfen Ihr kennt meine Roſalinde! aber doch ſind es wahr⸗