Geſtern ließ mich mein Oheim zu ſich ru⸗ fen, und befahl mir, allen Umgang mit En⸗ rem Hauſe aufzugeben.— O, wuͤßte er, welche heilige Bande mich an daſſelbe feſſeln! Zwar habe ich es ja noch ſelbſt nicht zu geſte⸗ hen gewagt, und in dieſem Augenblick der Ge⸗ fahr iſt es nicht die Zeit dazu; doch muͤſſet Ihr, muß Eure liebenswuͤrdige Tochter laͤngſt in meinem Herzen geleſen haben—— genug davon, vielleicht gibt mir die Zukunft Gele⸗ genheit, des Beſitzes der liebenswuͤrdigſten aller Jungfrauen wuͤrdig zu werden.
Mein Oheim will mir Euren Anklaͤger nicht nennen; aber ſo viel iſt gewiß, daß man Euch verdaͤchtiger Verbindungen beſchuldigt. Die Worte des Grafen zerriſſen mein Herz, aber ich ſuchte meine Gefuͤhle zu verbergen in der innerſten Tiefe des Gemuͤths, welches von den widerſprechendſten Regungen beſtuͤrmt wurde. Verehrung fuͤr meinen Oheim und Anhaͤnglich⸗ keit an das Parlament, dem ich geſchworen, kaͤmpften mit Liebe und Achtung fuͤr Euch und Eure Familie um den Preis; aber die Pflicht, einen ehrwuͤrdigen Greis zu retten, errang den Sieg. Ich weiß es, daß Ihr unſchuldig ſeyd; aber in dieſer Zeit der Stuͤrme iſt es nicht ge⸗


