„Unverkennbar!“ rief er.„Nur die Farben fehlen, — der Teint, aber die Seele iſt darin!“
Er drängte ſich dem Künſtler nach, ihm die Be⸗ zahlung anzubieten; im Augenblick aber blitzte ihm ein Gedanke auf, und er ſagte ſtatt deſſen:
„Sehen Sie dort den jungen hübſchen Mann an der off'nen Thür, neben der Dame im Seſſel?“
„Ja wohl, Graf Wallberg?“ war die Antwort.
„So? Sie kennen ihn? Gut! Stellen Sie ihm doch unvermerkt das Bild zu, und wenn er fragt,— ſagen Sie ihm, was Sie wiſſen!“
Der Alte nahm's mit gefälligem Nicken und eilte der Pavillontreppe zu.—„Was, um Gotteswillen, thun Sie, Karl?“ redete ihn Marianne, ſeinen Arm erfaſſend an, als könnte ſie ihn noch zurückhalten.
„Jacta est alea!“ rief er aufgeregt,„der Würfel rollt,— zählen wir die„Augen!“
„Kommen Sie, Frau Roſer! Laſſen Sie uns fort⸗ gehen!“ wendete ſich Marianne höchſt beunruhigt zur Freundin, und zog ſie mit ſich dem nahen Eingang in die Anlagen zu,— doch nicht ohne unverwandt nach dem Pavillon zurück zu blicken, als erwarte ſie zugleich und bezweifle, was nun wirkl fch geſchah.
Der Graf, beim Anblicke des Bildes lebhaft betrof— fen, nahm den Photographen bei Seite. Man ſah, wie der Alte nach den Zuſchauern hinab wies, und


