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Fritz Beutel : eine Münchhauseniade / von Hermann Marggraff
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Als ſie aber das Actenſtück näher prüften, konnten ſie an der Wahrheit nicht mehr zweifeln. Aber ſie nahmen es gar nicht mit der Freundlichkeit auf, die ich erwartet hatte; Eiferſucht, Neid, ge⸗ kränkter Ehrgeiz, verbiſſener Aerger malten ſich in ihren cioiliſirten Zügen, durch die jedoch die innere Barbarei dämoniſch hindurchblickte. Sie gönnten mir den Ruhm meiner Thaten nicht, lieber verſchmähten ſie die koſtbare Beute, die ich ihnen zu Füßen legte.

Wie kann ich aus dem, was Sie uns erzählen, ein regelrechtes Bülletin machen, das nach dem Geſchmack der Pariſer wäre? rief St. Arnaud; ſchon deshalb kann ich dieſe Capitulation nicht ratifi⸗ ciren. Es iſt überhaupt noch nicht ſo viel Blut vergoſſen, als in meinem Feldzugsplane und im Intereſſe der Pariſer liegt. Ehe mir nicht das Blut bis zur Taille reicht, eher nehme ich keine Capitulation an Blut bis zur Taille! Blut bis zur Taille!

Lord Raglan aber ſagte: Kriegsgefangen? die ganze Beſatzung? Und zwar damit wir ihr ein gutes Leben verſchaffen? Wo iſt es erhört, daß man Kriegsgefangenen ein gutes Leben verſchafft? England ſteckt ſchon bis über die Ohren in Schulden, und nun ſoll wohl das Parlament noch Gelder für Porter, Ale, Champagner und Delicateß⸗ waaren bewilligen, um dieſe Barbaren auf Koſten der weſtlichen Civi⸗ liſation zu füttern. Denken Sie denn, daß die Kaufleute der City ihr Geld auf der Straße finden? Fürchten Sie ſich nicht vor den niederſchmetternden Leitartikeln der Times? Dieſe Barbaren und wollen ein gutes Leben haben! God save the Queen!

In ſeiner Wuth fing Lord Raglan an, God save the Queen zu ſingen, wobei er höchſt komiſche Grimaſſen machte, da er gerade kein großes Geſangstalent beſaß. Ich hatte den Lord nie in einer ſo fürchterlichen Aufregung geſehen, denn für gewöhnlich war er ſehr wortkarg.

Alſo wollen Sie den Vertrag nicht ratificiren, Sie barbariſcher Vertreter der weſtlichen Civiliſation? rief ich.

Blut bis zur Taille! Blut bis zur Taille! rief St. Arnaud; God save the Queen! ſang Lord Raglan. Non, non! No, no! riefen ſie dann. Oui, oui! Yes, yes! rief ich; Blut bis zur Taille! Blut bis zur Taille! rief wieder St. Arnaud, in gewohnter Weiſe