Bret Barte.
Nahezu Alles wurde dem einen Lande verliehen, dem Hesperien am Stillen Ozean, der California felix. Der glücklichſte Boden iſt ſein und die unerſchöpflichſte Erde, die mannigfaltigſte Schönheit landſchaftlicher Geſtaltung und die verſchiedenſten Arten natürlichen Reichthums. Es iſt ein Gold⸗ land in Allem und Jedem. Zu den wirklichen Schätzen des edelſten Metalles in ſeiner Erde geſellt ſich auf der nämlichen Erde eine kanaanitiſche Fülle goldigſchimmernder Ernten. Und während dicht daneben nicht minder goldige Ströme feurigen Weines gezeitigt werden, lohnt das reiche Vließ unendlicher Heerden des Viehzüchters leichteſte Mühe mit derſelben Ver⸗ ſchwendung, wie Halm und Rebe des Acker⸗ und Garten⸗ bauers Sorge. Dazu mächtig aufblühende Städte an See⸗ küſten und Stromufern, und Siedelungen, welche die breiten Thäler bis hinauf in die Wildniſſe der Sierras bedecken. Ueber dieſe Sierras aber ſchwingt ſich, als wunderbarſte Maſche jenes Eiſennetzes, in welches der Entfernungen vernichtende Genius unſerer Zeit das Feſtland des Erdballs einzuſpinnen begonnen, der Schienenweg der erſten amerikaniſchen Ueber⸗ landbahn.
Und das Alles iſt das Werk eines Vierteljahrhunderts! Zum Natur⸗Märchen iſt über Nacht das Civiliſations⸗Märchen gekommen. Unwiderſtehlicher, eigenartiger, kecker, als es eine Poetenphantaſie zu erſinnen vermocht hätte, kam es dazu.
Es war im Januar 1848, daß, nicht am wenigſten re⸗ volutionirend unter den vielen Revolutionsrufen jenes Jahres, zum erſten Mal das Loſungswort„Gold“ aus den pacifiſchen Thälern nach der übrigen Welt drang. Sofort erwiederte dieſe auf die neue Loſung. Und zwar mit der ſeltſamſten, ungeſtümſten und zügelloſeſten Völkerwanderung, von der man noch je vernommen. Kaum eines Jahres bedurfte es und


