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Nationalgarden, unter Anführung des JIägeroberſten Houchard, nach Frankfurt entboten. Hier lagerten ſie am Frühmorgen des 22., zur Üüberraſchung der Bürger⸗ ſchaft, vor den verſchloßnen Thoren und aufgezognen Brücken, die ſich aber öffneten, als General Neuwinger des Nachmittags die franzöſiſchen Kanonen gegen dieſelben vorrücken ließ. An 4000 Mann zogen ein, Houchard an der Spitze, deſſen von Säbelhieben entſtelltes Geſicht mit einem tief herabgezognen Auge und einem emporge⸗ zwickten Mundwinkel der erwartungsvollen Menge eine ominöſe Miene zeigte.
Die Abſicht des Unternehmens blieb nicht lang ein Geheimniß. Ein an den Maggiſtrat gerichtetes Schreiben Cüſtine's beſchuldigte die Stadt und Kaufmannſchaft, daß ſie die flüchtigen Ariſtokraten freundſchaftlich aufgenom⸗ men, daß ſie mit Geldern des öſtreichiſchen Kaiſers und des Königs von Preußen Geſchäfte machten, durch welche ſie im Handel mit falſchen Aſſignaten den Credit der echten untergraben, und aus Frankreich das baare Geld gezogen hätten. Cüſtine erklärte deshalb Frankfurt für eine feindliche Stadt, und legte ihr zu einiger Entſchä⸗ digung eine Contribution von 2 Millionen Gulden auf.
Die Franzoſen wurden nun einquartiert, machten es ſich bequem, indeß der Magiſtrat ſich beeilte, durch eine Deputation nach Mainz den General Cüſtine zu beſänf⸗ tigen. Sie wurden von ihm unfreundlich aufgenommen, erhielten aber eine halbe Million an der Foderung er⸗ laſſen. Hiermit nicht zufrieden verſuchte der Magiſtrat durch eine zweite Beſchickung des Feindes die Contribu— tion noch weiter zu mildern, unterließ aber nicht, einſt⸗


